TU Wien
Adaptation eines Interferometers zur Messung der Dicke der menschlichen Hornhaut  
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Adaptation

Digitale Signalverarbeitung

Die aufwendige digitale Signalverarbeitung des alten Systems wird durch den Einsatz der analogen Signalverarbeitung – Kapitel - Ursprüngliches System – stark reduziert. Ein zusätzlicher Einsatz eines angepaßten digitalen Filters, d. h. der Faltung des Meßsignals mit einem Gaußschen Impuls – Abbildung 5-53, erbrachte keinerlei Verbesserungen.
 
Gaußscher Impuls für angepaßtes Filter
Abbildung 5-53: Gaußscher Impuls für angepaßtes Filter

Zur Eliminierung der störenden Nebenmaxima der Laserdiode – Kapitel - Optischer Aufbau, wäre ein digitales Transversalfilter – Abbildung 5-54 – denkbar. Beim Aufteilen des Meßsignals in Zeit- bzw. Wegepochen und anschließender Mittelung kann zwar das Interferenzsignal besser aus dem Rauschen herausgefiltert werden, der Meßbereich schränkt sich jedoch auf die Hälfte der Periode der Maxima der Laserdiode ein – siehe Gleichung ( 5-29 ).
 

Transversalfilter
Abbildung 5-54: Transversalfilter aus [LUK90]
Da sich dieser Wert noch zusätzlich durch die Division durch den Brechungsindex – siehe Gleichung ( 3-12 ) – vermindert, ist diese Art eines digitalen Filters unbrauchbar.

Die digitale Signalverarbeitung beschränkt sich somit auf die Steuerung des Motorcontrollers, die Datenerfassung des Interferenzsignals, dessen Verarbeitung und Analyse. Als Hardware dient ein Macintosh Quadra 700 der Firma Apple, der mit Hilfe der graphischen Hochsprache LabView 4.0 programmiert wird.
 

Software

Das Hauptprogramm – siehe Anhang A – bietet, außer der automatischen Messung, die Möglichkeit, das Meßergebnis gemeinsam mit einem Titel und der zugehörigen Auflösung zu speichern und alte Ergebnisse zu laden. Über zwei Cursor, die in der Umgebung von zu untersuchenden Maxima plaziert werden, kann das Signal ausgewertet werden. Eine automatische Auswertung kann aufgrund der unterschiedlichen Vorkommen von Interferenzmaxima – siehe Kapitel - Interferometer – nicht erfolgen.
 

Wegmessung

Die Messung des optischen Weges basierte im alten System auf der Abfrage des Motorcontrollers nach der momentanen Motorposition. Je nach dem, welche Schnittstelle verwendet wird, kommt es dabei zu erheblichen Zeitverzögerungen durch deren niedrige Datenübertragungsraten. Um überhaupt messen zu können, muß die Meßdauer durch eine Verringerung der Motorgeschwindigkeit stark verlängert werden.

Hier erfolgt die Ermittlung des vom mobilen Referenzspiegel zurückgelegten Weges über eine Zeitmessung in Form der Abtastung des Meßsignals mit der Abtastrate fc. Ist diese und die Geschwindigkeit v des Motors konstant, so entsprechen p zeitliche Abtastpunkte einer optischen Strecke von

Bei einer gewünschten Auflösung D x läßt sich die benötigte Abtastrate mit berechnen.
 

Speicherbedarf

Da im alten System das unbearbeitete Meßsignal in den Rechner eingelesen, die Abtastrate mindestens den doppelten Wert der bei einer Interferenz auftretenden Frequenz betragen, und für jeden Ordinaten- auch ein Abszissenwert gespeichert werden mußte, trat ein erheblicher Bedarf an Speicherplatz auf. Dieser stieß schnell an die Grenzen der Programmumgebung von LabView.

Durch das oben beschriebene Meßverfahren sinkt der Speicherbedarf S bei gleichzeitiger Verbesserung der Auflösung D x bei einer Meßstrecke von x auf

Beim Abspeichern im ASCII-Format steigt dieser Wert noch um 40 Bytes für den Titel und weiter 8 Bytes für die Auflösung.
 


Für Anmerkungen oder Änderungen senden Sie ein e-mail an martin@martin-mandl.com 980403
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