TU Wien
Adaptation eines Interferometers zur Messung der Dicke der menschlichen Hornhaut  
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Kurzfassung

In Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Krankenhaus Wien beschäftigt sich eine Forschungsgruppe am Institut für Allgemeine Physik der Technischen Universität Wien mit der Herstellung von hochpräzisen Hornhauttransplantaten für das menschliche Auge. Diese sollen nicht, wie bisher, mechanisch aus tiefgefrorenen Hornhäuten geschliffen, sondern mittels Laser genauer und schonender hergestellt werden.

Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist die präzise Bestimmung der Abmessungen der Spenderhornhaut. Die bisher zur Anwendung gekommene Methode bei der Vermessung war die Pachymetrie mittels Ultraschall. Durch den mechanischen Kontakt der Sonde mit der Hornhaut treten jedoch große Dickeschwankungen auf, die sich auf die Qualität der Bearbeitung auswirken. Eine interferometrische Meßtechnik besitzt dem gegenüber die Möglichkeit, durch eine berührungslose Messung mit einer weitaus größeren Genauigkeit steril zu arbeiten.

In der vorliegenden Arbeit wurde versucht, ein Interferometermeßsystem durch verschiedene Adaptationen zu verbessern.

Die wesentliche Neuerung besteht in der Einführung einer analogen Signalverarbeitung. Durch diese sank die Meßdauer für eine Meßstrecke von 1 mm von 3,5 Minuten auf 2,5 Sekunden. Diese Verkürzung verminderte auch die Empfindlichkeit auf Erschütterungen und Vibrationen. Eine Verminderung der Abtastrate um den Faktor 25 brachte bei gleichzeitiger Erhöhung der Auflösung einen stark reduzierten Speicherbedarf im Meßcomputer.

Versuchsweise Messungen von planparallelen Glas- und Kunststoffplättchen und harten Kontaktlinsen ergaben eine maximale Standardabweichung von 2,6 µm. Probleme entstanden bei der Vermessung von weichen Kontaktlinsen und Hornhäuten. Austrocknung und Faltenbildung behinderten die Messung und verfälschten die Ergebnisse. Um die wahre Dicke von weichen Kontaktlinsen und Hornhäuten zu bestimmen, wurden Versuche mit verschiedenen Meßmedien durchgeführt.
 


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